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Rundbriefe
| Lungauer Langlauftage |
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Junge Athletinnen und Athleten der Cabrinischule Offenstetten kommen mit drei Medaillen von Lungauer Langlauftagen 2011 heim.
„Lasst mich gewinnen! Wenn ich nicht gewinnen kann, dann will ich es mutig versuchen.“ Für Bianca Rauscher, Janina Härtl, Martin Beckenbauer, Florian Gerlach, Sergen Sert und Stefan Bayer, wurde bei den Lungauer Langlauftage, Februar 2011 im südlichen Salzburger Land ein Märchen wahr. Stefan Bayer, 19 Jahre jung, konnte bei der größten Langlaufveranstaltung für mental behinderte Menschen in Europa die schnellste Zeit der 375 Teilnehmer in der Leistungsgruppe I über 3000 Meter mit einen neuen Streckenrekord von 11:49 Minuten aufstellen und somit den Titel vom letzten Jahr verteidigen. Unter Leitung ihres Coachs und Lehrers Herbert F. Pischulti, und den Betreuern Marlies und Wilfried Kibler waren die sechs Sportler und Sportlerinnen aus der Cabrinischule angereist, um sich sportlich zu messen. Mit Erfolg: Am Ende der Woche reiste die Truppe mit einer Gold-, einer Silber-, und einer Bronzemedaille nach Hause.
Die Lungauer Langlauftage haben eine lange Tradition: Sie finden jährlich statt. 2011 bereits zum 19. Mal. Zu der größten Langlaufveranstaltung für mental behinderte Menschen in Europa hatte Special Olympics Österreich gemeinsam mit dem Verein „NO HANDICAP“ eingeladen. Für Herbert F. Pischulti und seine Schützlinge ein „Muss“. Die Cabrinischule Offenstetten der KJF war dieses Jahr bereits zum 16. Mal mit von der Partie. Der Woche im Lungau geht generell ein monatelanges anspruchsvolles Training voraus. Kraft, Ausdauer, ein guter Gleichgewichtssinn, eine hohe Motivation, der Glaube an sich selbst sind Fähigkeiten, die man bei minus fünfzehn Grad auf der Loipe gut gebrauchen kann, will man sein Bestes geben. Wer seinen Wettkampf macht, das Ziel erreicht, als Krönung vielleicht gar noch mit einer Medaille, hat mehr geschafft als sich „nur“ sportlich zu beweisen, so Herbert F. Pischulti: „Unsere jungen Leute nehmen von dieser Woche so viel mehr mit: Sie lernen, auf andere zuzugehen. Sie lernen Fairness, Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfe. Sie freuen sich gemeinsam und feiern miteinander. Sie üben praktische Fertigkeiten wie selbst etwas im Gasthaus bestellen und bezahlen. Sie erfahren, was Teamgeist ist, aber auch, was es heißt, eine Niederlage einstecken zu müssen.“
Das Special Olympics Organisationsteam, ein herzlicher und aufmerksamer Gastgeber
Norbert Planitzer, Obmann von „NO HANDICAP“ – Lungauer Langlauftage“ und Bundeslandkoordinator der Special Olympics Österreich für Salzburg, hieß zum Auftakt an die 375 Athletinnen und Athleten sowie 116 Coaches aus, Europa willkommen: „Ich hoffe, dass unsere Teilnehmer sich angenommen, gefördert und gefordert fühlen. Dass sie über den Sport ihre Fähigkeiten besser kennen lernen und auch manchmal über sich hinauswachsen können, dass Teamgeist und Freundschaft diese Tage bereichern.“ Dafür hatten die Veranstalter alles getan. Neben perfekt organisierten Trainings- und Wettkampftagen sorgte das liebevoll geplante Rahmenprogramm für eine kurzweilige Woche. Erlebnisbad, Konzertabend mit der „Lungauer Blos“ auf Burg Mauterndorf, Discoabend oder der große Special Olympics - Sportlerball mit der 7 Mann Spitzenband „Salzburg Express“ zum Abschluss boten einen guten Ausgleich zu der sportlichen Herausforderung. Auch beim Training und der Vorbereitung auf die Wettkämpfe stand das österreichische Organisationsteam seinen Gästen zur Seite. Einheimische Skilehrerinnen und -lehrer trainierten mit den Sportlern für den großen Tag und machten sie mit ihrer Laufstrecke vertraut. Entsprechend der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit standen Laufstrecken Distanzlauf über 12 km, 6 km oder 3.000 Meter, 1.000 Meter, 500 Meter und 100 Meter - nach verschiedenen Leistungsgruppen aufgeteilt - zur Wahl.
Einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze
Wer sich einem Wettkampf stellt, will auch gewinnen. Die Special Olympics machen da keine Ausnahme. Umso größer war die Freude, als die Cabrinischule Offenstetten den Distanzlauf über 12 km und die beiden Mädchen über 6 km mit Bravur bewältigen. In ihren Paradedisziplinen konnten sie einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze für sich verbuchen. Stefan Bayer bezwang 3.000 Meter mit einem ausgezeichneten Ergebnis - Platz 1 – und ist damit der Beste der Lungauer Langlauftage 2011 mit einer Zeit von 11,49 Minuten, unter 4 Minuten auf 1000 Meter. Sergen Sert, der sich auf 1.000 Metern versuchte, konnte es im ersten Augenblick gar nicht fassen, dass er in seiner Leistungsgruppe (4) Platz 2 belegte und damit seine erste Silbermedaille errang. Florian Gerlach als Jüngster überraschte seinen Trainer Herbert F. Pischulti der von der Leistungsgruppe 6 über 1000m in die Leistungsgruppe 3 aufgelaufen ist und dabei auf Anhieb den 5. Platz sich erkämpfte. Florian hat das Zeug in die Fußstapfen von Stefan Bayer zu steigen. Bianca Rauscher mit Platz 3 und einer Bronzemedaille in der Leistungsgruppe IV, hart erkämpft auf einer Strecke von 1.000 Metern. Auch Janina und Martin können zu Recht stolz auf sich sein: Sie gaben sich ebenfalls mit nicht weniger als 1.000 Metern zufrieden und belegten zweimal Rang vier. Martin verfehlte wegen 2,1 Sekunden den 3. Platz in der Leistungsgruppe IV und somit die Bronzemedaille. Barrieren werden im sportlichen Wettkampf abgebaut. „Siege werden im Kopf und vor allem über sich selbst errungen“, so lautet eines der Leitmotive von „Special Olympics“, das die Athletinnen und Athleten in jedem Wettkampf getreu ihren Eid leisten.
Special Olympics braucht viele Freunde
Nicht jede Mannschaft hat soviel Glück wie die Cabrinischule Offenstetten, die dank großzügiger Spenden wie zuletzt von Dr. Franz Weiß oder Sport 2000 Kelheim, mit Winterjacken und Trainingsanzügen neu eingekleidet an Wettkämpfen wie den Lungauer Langlauftagen teilnehmen kann. Bei Special Olympics machen sich wirtschaftlich angespannte Zeiten ebenfalls schnell bemerkbar. Oft fehlt es nicht nur an Geld, sondern auch an Personal. Menschen wie Wilfried Kibler leisten die Arbeit immer ehrenamtlich. Er nahm sich für die Woche im Lungau eigens Urlaub, um die Sportler mit zu betreuen. Und noch etwas zeigen die Special Olympics: Wer einmal dabei gewesen ist und sieht, mit welcher Freude, welchem Einsatz, mit welcher Begeisterung geistig behinderte Menschen ihr Bestes geben, nimmt für sich viel mit: das Gefühl, wie schön es sein kann, wenn alle zusammengehören und gleich viel wert sind; die Einsicht, dass Statussymbole angenehm sein können, aber nicht wirklich wichtig sind; das Staunen über das Glück eines Augenblicks, das ansteckt. Eine Erfahrung, die Herbert F. Pischulti bestätigt: „Wer einmal vor Ort dabei war, kommt nicht mehr aus!“
Herbert F. Pischulti
Bilder: Siegerehrung Stefan Bayer, Siegerehrung 2. Sergen Sert und 4. Martin Beckenbauer, Cabrinis mit Trainer und Betreuer Beitrag in der MZ am 03.02.2011
Beitrag in der MZ am 27.02.2011
Link auf die Homepage der Lungauer Langlauftage
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